Die Aufgaben und Bedeutung von Trauzeugen

Jeder denkt, dass bei einer Hochzeit Trauzeugen benötigt werden. Doch die allerwenigsten kennen die eigentlichen Aufgaben und die Bedeutung von Trauzeugen. Würde man eine Umfrage starten, so käme als Antwort höchstwahrscheinlich: Die Trauzeugen fungieren als Zeuge der Trauung und stehen aus diesem Grund während der Zeremonie neben dem Brautpaar. Doch ein Trauzeuge hat weit aus mehr als nur diese eine Aufgabe.

Trauzeugen:Aufgaben vor der Hochzeit

In der Regel ist es so, dass sich der Bräutigam einen männlichen Trauzeugen sucht, während die Braut eine Trauzeugin wählt. In fast allen Fällen handelt es sich um die besten Freunde/Freundinnen. Oft werden auch Verwandte als Trauzeugen beauftragt. Aus der Tatsache der verschieden geschlechtlichen Trauzeugen ergibt sich die erste Aufgabe: Das Organisieren einer Brautparty und eines Junggesellenabschieds für den Bräutigam. Logisch, dass hier nur das gleiche Geschlecht eine perfekte und lustige Party veranstalten kann. Wer sonst weiß, was sich die Braut oder der Bräutigam für seinen letzten freien Abend wünscht?

Der Trauzeugin der Braut kommen vor der Hochzeit mehr Aufgaben zu, als dem Trauzeugen des Bräutigams. Denn die Trauzeugin ist für die Braut das Mädchen für alles. Ihr Rat ist gefragt, wenn es um den Kauf des Hochzeitskleides, die Auswahl der Lokalität, des Menüs, der Hotels für die Gäste usw. geht. Einer Trauzeugin kommt daher die große Bedeutung zu, dass sie dem Brautpaar mit Rat und Tat zur Seite steht und versucht, ihnen möglichst viele Aufgaben abzunehmen. Das Ziel liegt klar auf der Hand: Das Brautpaar soll sich zu einhundert Prozent auf die Hochzeit freuen können und nicht durch einen Organisationsstress unter Druck geraten. Hierdurch käme die Vorfreude und der Genuss während der Hochzeitsfeier garantiert zu kurz. Was macht währenddessen der Trauzeuge? Der darf sich zurücklehnen und hätte vielleicht die Aufgabe, dem Bräutigam bei der Auswahl der Ringe und des Anzugs zu helfen. Ansonsten hat er keine weiteren – offiziellen – Aufgaben.

Verhalten während der Trauzeremonie

Die Trauzeugin hält während der Trauung den Brautstrauss, zumindest für die Zeit, in der die Ringe getauscht werden. Der Trauzeuge hingegen bewahrt die Ringe bis zu diesem Moment auf und übergibt sie rechtzeitig an den Bräutigam. Manchmal dürfen die Trauzeugen vorne beim Brautpaar sitzen, zumindest jedoch in der ersten Reihe. Sobald die Trauung vollzogen ist, dürfen beide Trauzeugen unterschreiben. Somit ist der offizielle Teil erledigt.

Aufgaben auf der Hochzeitsfeier

Dem Trauzeugen kommt die ehrenvolle Aufgabe zu, auf der Hochzeitsfeier eine Rede zu halten. Diese sollte er sehr gut vorbereiten, denn alle Augen sind während dieser Minuten nur auf ihn gerichtet. Die Rede darf durchaus lustig und romantisch verfasst werden. Des Weiteren kümmert sich der Trauzeuge um die Bezahlung der Rechnungen. Logisch, dass er diese nicht aus eigener Tasche bezahlt. Der Bräutigam gibt ihm selbstverständlich vorher das Geld. Nur soll der Bräutigam mit dieser lästigen Aufgabe nicht betraut werden.
Die Trauzeugin hingegen hat auch auf der Hochzeitsfeier kaum eine freie Minute. Sie kümmert sich um den kompletten Ablauf, angefangen von der Sitzordnung bis hin zum Verabschieden der Gäste. Sie sollte zudem ein Auge auf alle eventuellen Missgeschicke haben und sofort hilfsbereit zur Stelle sein. Ein Beispiel könnte lauten, dass der Bräutigam einen Manschettenknopf verliert, den die Trauzeugin finden muss. Oder es verletzt sich jemand, dann wird ein Erste-Hilfe-Koffer benötigt. Doch wer kümmert sich um eine handfeste Auseinandersetzung? In diesem Fall darf die Trauzeugin ruhigen Gewissens den Trauzeugen vorschicken. Denn die Frau muss ja schließlich nicht alles erledigen.
Für den reibungslosen Ablauf der Feier ist ebenfalls die Trauzeugin zuständig. Sie muss darauf achten, dass sich weder das Brautpaar noch die Gäste langweilen. Ein Programm zu erstellen, wäre natürlich schon Wochen vor der Hochzeit hilfreich. Hierin enthalten könnten mehrere Spiele sein, der Auftritt einer Live-Band und vielleicht die Aufführung einer kurzen Komödie. Natürlich darf die Trauzeugin Hilfe vom Trauzeugen erbitten. Denn vier Augen sehen mehr als zwei.

Fotos nicht vergessen

Für das Erstellen von Fotos ist die Trauzeugin zuständig. Hierbei hat sie die Wahl zwischen dem eigenständigen Fotografieren oder dem Beauftragen eines professionellen Fotografen – selbstredend in Absprache mit dem Brautpaar. Wer viel Fantasie hat, darf natürlich weitere Erinnerungsstücke herstellen. So bestünde die Möglichkeit, dass jeder Gast mit einer Einwegkamera ausgestattet wird und alle erstellten Fotos in ein Fotoalbum eingeklebt werden – mit lustigen Sprüchen versehen. Alternativ könnte eine Hochzeitszeitung erstellt werden, von der nicht nur das Brautpaar eine Ausgabe erhält, sondern alle Gäste. Dies schafft eine besondere Erinnerung.

Nach der Hochzeit zur Seite stehen

Selbstverständlich enden die Aufgaben einer Trauzeugin oder eines Trauzeugen nicht mit der Hochzeit. Beide müssen dem frisch gebackenen Ehepaar auch nach ihrer Hochzeit zur Seite stehen. So könnten beide zusammen eine besondere Hochzeitsnacht organisieren. Auch für nachträgliche Probleme sollten die Trauzeugen stets zur Seite stehen – genau aus diesem Grund wählt man ja die besten Freunde aus. Das bedeutet für die Trauzeugen eine lebenslange Gebundenheit. Hierzu zählt auch ein besonderes Geschenk, zum zumindest ersten Hochzeitstag. Dieses Geschenk sollte sorgfältig ausgewählt werden und an den großen Tag erinnern. Trotzdem muss es natürlich nicht teuer sein. So könnte man eine weitere Folge der Hochzeitszeitung erstellen lassen, die das erste Ehejahr abbildet.

Bevor ein Trauzeuge JA sagt, sollte er sich seiner vielfältigen Aufgaben bewusst sein. Diese beginnen bei der Beratung zum Kauf der Hochzeitsgarderobe, der Idee für die Hochzeitsfeier und natürlich beim Organisieren des Junggesellenabschieds. Die schwierigste Aufgabe mag jedoch darin liegen, das Brautpaar bei der kompletten Organisation zu helfen, für einen reibungslosen Ablauf der Hochzeit zu sorgen und für alle Fragen – auch seitens der Gäste – da zu sein. So könnten sich die Trauzeugen auch um eine Geschenkeliste kümmern oder gar bei der Auswahl der Gäste behilflich sein. Kurz gesagt: Trauzeugen haben längst nicht mehr die rechtliche Aufgabe, eine Trauung zu bezeugen. Dies wurde längst abgeschafft. Sie sind jedoch als moralische Unterstützung unverzichtbar und sorgen dafür, dass das Brautpaar wirklich den schönsten Tag ihres Lebens genießen kann. Eine sehr verantwortungsbewusste Aufgabe, in der auch manchmal das Trocknen der einen oder anderen Träne enthalten ist. Und sollte das Brautpaar vor der Trauung kalte Füße bekommen, so muss der Trauzeuge rechtzeitig mit einem Handtuch beiseite stehen.

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