Brautschuhe mit Pfennigen bezahlen

Wer heiraten möchte, sieht sich früher oder später Traditionen gegenüber, welche untrennbar mit einer Hochzeit verbunden sind. Zu nennen sei hier beispielsweise einer der bekanntesten und ältesten Bräuche, nach welchem die Heiratskandidatin ihre Brautschuhe mit Pfennigen bezahlen sollte. Die Überlieferung geht zurück auf die Zeit, in der eine Frau sich ihre Hochzeitsschuhe buchstäblich von ihrem eigenen Lohn absparen musste. Aufgrund ärmerer Verhältnisse begannen viele Mädchen bereits im Kindesalter mit dem Sammeln von Pfennigen für ihre Brautschuhe. Ihre Mütter und Großmütter gaben ihnen diese Tradition frühzeitig mit auf den Weg.
Glücklich konnten sich diejenigen schätzen, denen Verwandte vielleicht den ein oder anderen Pfennig zusteuerten.

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Je mehr Pfennigstücke die Braut letztlich anhäufte, desto wertvollere Schuhe konnte sie sich kaufen. Sowohl dem Bräutigam als auch den Hochzeitsgästen symbolisierten hochwertige Schuhe Fleiß und Sparsamkeit der zukünftigen Ehefrau. Dies würde dem Paar eine finanziell unbesorgte Ehe bescheren. Von der Braut selbst gekaufte Schuhe verhießen außerdem, dass sie dem Auserwählten nicht vor der Hochzeit davonlief.

Mit Pfennigen können Brautschuhe heutzutage bekanntlich nicht mehr bezahlt werden. Dennoch hält sich der Brauch auch in Zeiten von Euro und Cent, spiegelt er doch nach wie vor die gewünschten Tugenden wider. Vorausgesetzt, die Braut hat die Cents wirklich gespart und nicht nur eingetauscht.

Übrigens: obwohl kein Geschäft mehr als 50 Münzen als Zahlungsmittel akzeptieren muss, nehmen viele Brautmodeläden das mühsam gesammelte Kleingeld der Tradition wegen entgegen.

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