Die Letsch

Besonders in der Gegend am Niederrhein ist der Hochzeitsbrauch der Letsch weit verbreitet. Letsch, so hieß der erste von drei im Rituale Romanum, dem liturgischen Buch der Feiern,  vorgeschriebenen Aufrufen zu einer Eheverkündung. Diese Aufrufe verlas der Pfarrer im Hochamt, der Heiligen Messe an Sonn- und Feiertagen, an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen vor der Hochzeit. Es war üblich, dass sich Freunde und Verwandte nach der Kirche im Elternhaus der Braut zu einem Umtrunk trafen. In einigen Gemeinden wurde erst nach dem letzten Aufruf gefeiert.

Die Eheverkündigung von der Pfarrkanzel findet heutzutage nicht mehr statt, wobei dies allerdings noch bis zum Zweiten Weltkrieg.

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Die Tradition der Letsch lebt dennoch weiter. Nach wie vor steht der Sonntag etwa drei Wochen vor der eigentlichen Hochzeit als fixes Datum für diesen dem Polterabend ähnlichen Brauch fest. Eine Einladungzuer Letsch ist nicht üblich. Ob Freunde oder Verwandte, Nachbarn oder Kollegen – wer vorbeischaut, ist herzlich willkommen.
Wurde früher nach Beendigung des Gottesdienstes mit der Letsch begonnen, liegt es heute eher im Ermessen der Brautleute, ob die Feier bereits mittags oder erst abends steigen soll. Fest steht, dass es bis weit in die Nacht hinein feucht-fröhlich zugehen wird.

Anders als beim Polterabend wird auf der Letsch allerdings nicht gepoltert.

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