Wecken der Brautleute

Besonders aus Sicht des zukünftigen Ehepaares gibt es schöne und weniger schöne Hochzeitsbräuche. Zu letzteren gehört wohl das Wecken der Brautleute mit Pauken und Trompeten, welches den Ausführenden sicherlich weit größere Freude bereitet. Anstelle der Pauken und Trompeten werden gern auch Knaller, Böller und anderes Feuerwerk verwendet. Laut muss es sein, damit die Turteltauben bestenfalls senkrecht im Bett stehen. Schläft das Brautpaar in der Nacht vor der Hochzeit in getrennten Betten, wird an beiden Orten Radau gemacht.

Zum „Dank“ gibt es vom Brautpaar üblicherweise ein Frühstück, gern auch mit hochprozentigem Flüssigkeitsanteil. Nach der Stärkung zieht sich das Brautpaar dann zurück, um sich auf die Trauung und die Hochzeitsfeier vorzubereiten.

Woher der Brauch kommt, ist nicht eindeutig geklärt.

In ländlichen Gegenden, wo es oftmals Schützenvereine gab, rückte zum Anlass des Brautweckens auch gern das gesamte Regiment an. Mancherorts wurde nur die Braut geweckt. Traditionell gab es drei Schüsse in Abständen von wenigen Sekunden. Den Abschluss bildete ein weiterer Schuss beim Verlassen des Hauses durch die Braut.

In anderen Regionen wurde früher nur der Bräutigam geweckt. Heute werden da keine Unterschiede mehr gemacht, zumal die Brautleute oftmals auch gemeinsam anzutreffen sind.

Vielleicht erfreuen sich genau diese ohnehin mehr an der Tatsache, dass dieser Hochzeitsbrauch vielerorts in Vergessenheit geraten ist.

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